Ich weiß auch nicht, früher habe ich die Schule eigentlich sehr gerne besucht. Natürlich gab es Momente in denen ich die Schule mehr oder weniger auch gehasst habe, aber im Großen und Ganzen hatte ich auf Grund guter Noten auch recht viel Narrenfreiheit. Da kam es schon mal vor, dass ich im Unterricht geschlafen habe. Meistens waren die Lehrer sogar ganz froh darüber, denn ich musste schon immer zu allem meinen Senf dazugeben und ich kann mir gut vorstellen, dass es recht anstrengend war. Andere Schüler hatten nicht wirklich die Möglichkeit mit ihrem Wissen zu glänzen, solange ich wach war.
Ich erinnere mich gerne an meine Schulzeit zurück. Wir hatten wirklich viel Spaß und jede Abschlussfeier hatte etwas für sich. Da immer viele Personen verköstigt werden mussten und wir oft draußen unterwegs waren, hatten wir die meiste Zeit Einweggeschirr in Gebrauch. Dies ließ sich gut transportieren und auch größere Mengen der Teller und Becher waren nicht schwer. Vielleicht trauten uns unsere Eltern auch nur nicht und befürchteten, ihr Geschirr nicht intakt wiederzubekommen, gerade, weil ich vor kurzem eine Situation erlebt habe, die das genauso wiederspiegelt hat. Der Sohn einer Freundin hatte ein Schulfest und wollte natürlich alle Freunde, Verwandte und Bekannte dorthin mitnehmen, um überhaupt an dem Schulfest teilnehmen zu können. Meine Freundin musste arbeiten und so erklärte ich mich bereit mit dem Jungen zu seinem Schulfest zu gehen – natürlich mit Einweggeschirr, sie weigerte sich hartnäckig uns normales Geschirr mitzugeben.
Nachdem ihr Sohn und ich auf das Schulfest gegangen sind, musste ich mir erst mal die Schule angucken. Nicht mal da hatte sich wirklich was verändert im Gegensatz zu meiner Schulzeit. Die Tische standen nicht mehr ganz so streng wie damals und einige Materialien waren neu, auch Fenster, Türen und die Sanitäranlagen wurden komplett neu gestaltet und saniert, aber die Platzierung der Räume ist gleich geblieben.
Ich fand es gut wieder in der Schule zu sein, auch wenn ich mittlerweile zu groß für die Tische war und ziemlich zusammengekauert vor meinem Einweggeschirr saß um zu Essen.
Während ich da so saß fiel mir ein, dass wir eigentlich nie für wirklich lange die Schule verlasse, denn wenn wir es nicht sind, dann sind es unsere Kinder oder auch Enkelkinder, die mit ihren schulischen Belangen unserer Hilfe bedürfen und es sind unter Umständen sogar unsere Lehrer die uns dann wegen unserer Kinder anrufen…